Ressort Grundlagen · Stand: Oktober 2026
Die Ausstattungsliste: Was der Haushalt für zehn Tage braucht
Von der Redaktion Prepper News · fortlaufend gepflegt
Diese Liste orientiert sich an den Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (10 Tage Selbstversorgung, Trinkwasser 3 Liter je Person und Tag) und ist so gebaut, dass man sie in vier Abenden abarbeiten kann. Die Abhak-Kästchen sind Absicht: Wer den Ausdruck ins Kellerregal steckt, hat einen lebenden Plan — beim halbjährlichen Durchsehen fallen auf, was geliefert, verbraucht oder unbrauchbar geworden ist.
Grundregel vor dem Kaufen
Nichts kaufen, was man bei einem normalen Stromausfall nicht innerhalb von zwei Stunden sinnvoll benutzen könnte. Jede Anschaffung sollte drei Fragen bejahen: Benötigen wir das wirklich? Können wir es bedienen? Weiß jeder im Haushalt, wo es liegt? Ein Karton im Flur gewinnt gegen einen vollen Keller — Vorsorge ist Organisation, keine Sammlung.
1. Wasser & Hygiene
Ohne Trinkwasser ist alles andere Theorie — zuerst hier ansetzen.
- Trinkwasser — 3 Liter je Person und Tag × 10 Tage, in Kanistern oder Flaschen; jahrweise wechseln.
- Trinkwasserfilter — Aktivkohle- oder Membranfilter als Reserve, falls Reserven durchbrechen.
- Wasseraufbereitungstabletten — für den Ernstfall; Anwendung genau lesen, mit Lagerungsdaten notieren.
- Kanister zum Auffüllen — leer, sauber, beschriftet: für den Tag, an dem die Gemeinde Wasser ausgibt.
- Reserve-Topf — auch ein Gaskocher braucht einen Topf; ein Zweiter gehört ins Notfalllager.
- Feuchttücher & Desinfektionsmittel — Hygiene ohne fließend Wasser hält die Stimmung im Haus.
- Seife, Zahnpasta, Toilettenpapier — mind. 10-Tage-Reserve, wird sonst zur einzigen echten Krise.
- Eimer mit Deckel — als Spüleimer und Grundlage für eine Notfalltoilette gleich doppelt nützlich.
- Müllsäcke, dickwandig — Notfalltoiletten, Wasserschutz, Transporte: das vielseitigste Teil der Liste.
- Becher & Besteck je Person — Wegwerfgeschirr verbraucht Platz und Nerven; hartes Geschirr hält.
2. Lebensmittel & Küche
Zehn Tage kalte Kochbarkeit — die Prüffrage lautet: isst man das auch ungewürzt?
- Konserven-Sortiment — Fisch, Gemüse, Eintopf; nur Sorten, die auch kalt schmecken.
- Nudeln, Reis, Haferflocken — kalorienhaltige Basis, jahrelang haltbar.
- Dauergewürze & Salz — Moral ist eine Zutat; eine Packung Curry verwandelt das Dosenmenü.
- Öl (nativ, dunkel lagern) — zum Braten und als Kalorienbooster.
- Kraftnahrung / Riegel — für Bewegungen im Freien und für schwere Tage.
- Trockenobst & Nüsse — nährstoffdicht, lagerfähig, magenfreundlich.
- Kaffee / Tee / Zucker — warme Getränke halten die Stimmung im Haus; auch als langlebige Grundausstattung für Schokolade & Co.
- Dosenöffner (2×) — der Klassiker unter den Ausfallsicherheiten: einer wird gebraucht, einer ist Reserve.
- Feuerquellen ×3 — Streichhölzer wasserdicht verpackt, Feuerzeug, Gasanzünder.
- Gaskocher oder Alkoholkocher — mit genügend Gaspatronen; im Keller testen, nicht erst im Notfall.
3. Licht, Energie & Elektro
Die dunkle Jahreszeit testet, was man an Licht und Ladekapazität wirklich hat.
- Taschenlampe je Person + eine Reserve — Kopflampen sind die kluge Variante: beide Hände frei.
- Akkus & Batterien sortiert — in gängigen Größen (AA, AAA, CR123, D), in der Originaldose oder Kästchen.
- Powerbank — mindestens 10.000 mAh, halbjährlich nachladen; der beste Batteriesatz ist der geladene.
- Batterie- oder Akkuradio — UKW-Empfang, ggf. mit Handkurbel; die Informationslücke ist die größte.
- Stirnlampe für den Keller — Arbeit mit zwei Händen in dunklen Ecken.
- Streichhölzer & Feuerzeug-Reserve — wasserdicht verpackt, auf mehrere Orte im Haus verteilt.
- Verlängerungskabel — falls Generator oder Gaskocher an anderer Stelle stehen sollen: erst planen, dann kaufen.
- Feuerlöscher — im Flur, griffbereit an der Wand; Brand ist nach dem Strom der zweithäufigste Hausnotfall.
- Licht, das keine Batterie braucht — Chemieleuchtstäbe funktionieren auch nach Jahren der Lagerung.
- Rauchmelder in allen Schlaf- und Flurbereichen — die einzige Ausstattung, die jeden Tag arbeiten kann.
- Stromunabhängige Uhr — Tagesstruktur braucht einen Zeitgeber, der nicht am Strom hängt.
4. Wärme, Schlaf & Schutz
Im Winter ist jede Krise eine Heizkrise — zuerst die Kleidung, dann die Technik.
- Wolldecken / Schlafsäcke — je Person eine, dazu Reserve für Gäste.
- Thermounterwäsche — trocken aufbewahrt, je Person ein Satz.
- Mützen & Handschuhe im Haus — Wärmeverlust über Kopf ist kein Mythos, sondern Physik.
- Isomatten — der Boden entzieht Wärme; kalte Nächte werden ohne Unterlage zur Qual.
- Wollhausschuhe — mehr Warmkomfort als jede elektrische Decke, ohne Stromverbrauch.
- Zelte oder Tarp — falls das Haus im Schadensfall unbenutzbar wird, als Notunterkunft auf dem Grundstück.
- Schneeschaufel — Zugänge frei halten ist Vorsorge, nicht Landschaftspflege.
- Nähset, Lederkleber, Kabelbinder — das Zeug, was Ausrüstung reparierbar hält.
- Planen & Klebeband — abgedeckte Fenster und Dächer sind die Grundausstattung jeder Schadensnacht.
5. Erste Hilfe & Medikamente
Der Verbandskasten ist nicht für die Krise da, sondern für den Dienstag vorher.
- Verbandskasten nach DIN 13164 — im Flur; Inhalt halbjährlich auf Haltbarkeit und Vollständigkeit prüfen.
- Schmerzmittel & Fiebermittel — Grundausstattung der Hausapotheke; Ablaufdaten sichtbar notieren.
- Dauermedikation × 1 Packung — Apotheke auf Reservepackung ansprechen; im Urlaubsplan nicht vergessen.
- Personalmedikamente-Liste — wer nimmt was wofür — auf Papier, im Kastendeckel. Im Notfall lesbar.
- Schere, Pinzette, Splitterzange — die kleinen Verletzungen sind die häufigsten.
- Fieberthermometer — digital, mit Reservebatterie; Quecksilberthermometer sind verboten.
- Desinfektion & Pflaster — Pflastersortiment in mehreren Größen, Wunddesinfektion, Heilsalbe.
- Notfall-Ernährung für Kleinstkinder / Haustiere — wer hat, dem gilt die Liste doppelt.
- Erste-Hilfe-Kurs-Zertifikat — Ausstattung ohne Fähigkeit ist Dekoration; Kurse sind in jedem Landkreis verfügbar.
- Blutdruckmessgerät (wenn medizinisch relevant) — inkl. Reservebatterien und Anleitung.
6. Information & Dokumente
Papier verbraucht keinen Akku — die wichtigste Technologie des Notfalls.
- Notfallnummern auf Papier — Familie, Hausarzt, Apotheke, Nachbar, Energieversorger; laminiert.
- Dokumenten-Kopien — Ausweise, Impfausweis, Versicherungsnachweise, Kontoauszüge; wasserdicht verpackt lagern.
- Straßenkarte Deutschlands — für Ausweichrouten, wenn Autobahnen oder Brücken gesperrt sind.
- Bargeld in Scheinen & Kleingeld — ein zweistelliger Betrag reicht nicht; denken Sie an eine echte Wochenendeinkaufs-Summe.
- Landkarte der Umgebung (gedruckt) — mit eingetragenen Apotheken, Behörden und Wasserabgabestellen.
- Hausbriefkasten-Aushang (im Schadensfall) — Muster vorbereiten: wer im Haus ist, wohin evakuiert wurde, wie man hilft.
- Familienplan Treffpunkte — zwei festgelegte Treffpunkte (einer im Viertel, einer am Ortsrand) plus Notfallnummern.
- Wertsachen-Liste mit Fotos — Versicherungsfall nach Brand oder Wasser ist eine Fotofrage.
- Strom- und Gas-Absperr-Anleitung — auf Papier am Zählerkasten; im Ernstfall muss auch ein damit fremder Nachbar klar kommen.
- Radio-Empfangsnotizen — lokale UKW-Frequenzen, Warn-App-Status und Alarmierungswege schriftlich notiert.
7. Werkzeug & Kleinteile
Ein Werkzeugkasten, den man in der Dunkelheit einhandig öffnen kann.
- Werkzeugkasten mit Grundausstattung — Hammer, Schraubendreher-Set, Zange, Universalmesser, Maßband.
- Akkuschrauber inkl. geladenem Reserve-Akku — ohne Ladung ist auch der beste Schrauber nur Blech.
- Spanngurte & Ratsche — Möbel sichern, Planen spannen, Türen sichern.
- Handsauger — Keller voll Regenwasser: die billigste Versicherung des ganzen Hauses.
- Funkgeräte (PMR) je Person — im Umfeld ohne Mobilfunk die einzige Kurzstrecken-Kommunikation.
- Netz-Ersatzteile — Sicherungen, Lampenfassungen, Isolierband, Klemmen: Kleinzeug, große Wirkung.
- Feile, Schleifpapier, Ölkännchen — Werkzeug, das gepflegt ist, arbeitet auch am dritten Tag.
- Arbeitshandschuhe ×2 — Trümmerbeseitigung ohne Handschuhe endet als medizinischer Fall.
- Leiter oder Trittleiter — für den Weg auf den Dachboden und zu hoch gelagerten Reserven.
Pflege der Liste
Zwei Termine im Kalender genügen: Halbjährlich Ablaufdaten (Wasser, Medikamente, Lebensmittel) gegen den Kasten prüfen und das Ausdrucksblatt abhaken; jährlich ein Probelauf — ein Abend bei ausgeschaltetem Licht, ein Abendessen aus der Dosenreserve, ein Funktest der PMR-Geräte. Was beim Probelauf unangenehm auffällt, wandert auf die Einkaufsliste — nicht im Ernstfall.
Diese Liste ist redaktioneller Rat und ersetzt keine behördliche Anleitung. Verbindliche Grundlage sind die aktuellen Empfehlungen des BBK.