Der Tag, an dem es still wird: Was in den ersten 72 Stunden einer Krise zählt
Von der Redaktion Prepper News · Ressort Vorsorge
Frankfurt am Main. Es beginnt meist unspektakulär: ein Klick, der nicht mehr kommt, eine Lampe, die dunkel bleibt. Der Stromkasten ist stumm, die Steckdose tot — und nach einer Minute Handyprüfung die bittere Erkenntnis: Es sind nicht „die Sicherungen". Es ist alles. Nach Angaben der Bundesnetzagentur liegt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung in Deutschland zwar bei nur rund einer Viertelstunde pro Jahr — ein beachtlicher Wert, der aber genau das Risiko verschleiert: Er misst kleine Ausfälle, nicht den großen Fall. Bei einem regionalen Blackout gilt nichts von den komfortablen Statistiken, sondern nur noch, was im Haus ist.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt deshalb seit Jahren, dass jeder Haushalt für zehn Tage Selbstversorgung einplanen sollte: Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, Licht, Wärme und eine funktionierende Informationsquelle. Was sich anhört wie ein Rat für Extremisten, ist in Wahrheit schlicht Hausverstand — versetzt in eine Zeit, in der Versorgungslogistik und Strommasten so verlässlich geworden sind, dass ihr Ausfall zur eigentlichen Katastrophe wird.
Die erste Nacht entscheiden die Details
Erfahrungsgemäß scheitert es nicht an der Motivation, sondern am Kleinkram: Die Taschenlampe hat eine alte Batterie, die Dose ohne Dosenöffner ist eine Blechdeko, und das bargeldlose Deutschland fährt an den Tankstellen nicht mehr, weil die Kassen hängen. Alles Probleme, die sich für einen zweistelligen Betrag und einen Nachmittag auf der Treppe zum Keller lösen lassen — solange der Nachmittag noch da ist.
- Trinkwasser: 3 Liter pro Person und Tag × zehn Tage — für einen Vier-Personen-Haushalt also 120 Liter.
- Essen ohne Strom: Konserven, Nudeln, Trockenware — alles auch kalt genießbar.
- Licht & Funk: Taschenlampen (nicht nur am Handy!), Batterien, ein Akku- oder Batterieradio für die Notfallinformation.
- Bargeld in kleinen Scheinen: Karten-Terminals sind die ersten Opfer jedes Stromausfalls.
- Notfallplan auf Papier: Notfallnummern und Treffpunkt — das Handy als einziges Adressbuch fällt mit dem Akku aus.
Wer die Ausstattungsliste durchgeht, merkt schnell: Die Hälfte ist längst im Haushalt vorhanden — verstreut über Schränke, Keller und Balkon. Vorsorge beginnt also nicht mit dem Kaufen, sondern mit dem Ordnen: wissen, wo es liegt, prüfen, ob es funktioniert, und festlegen, wer im Haushalt es holt.